Die Geschichte der Migräne

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Schon seit tausenden von Jahren haben unsere Vorfahren an Migräne- und Kopfschmerzattacken gelitten. Die frühesten Belege findet man 6 000 Jahre vor unserer Zeitrechnung.
Aufgrund mangelnden Kenntnissen wurden damals über die Ursachen solcher schmerzhaften Attacken lediglich spekuliert und verschiedenste Theorien und Behandlungsmethoden entwickelt.

Die Geschichte der Migräne

 

 

Schon zu Zeiten Pharaos litten die Menschen unter Migräne und Kopfschmerzen. Eine gängige Therapie zur Behandlung unter den Ägyptern waren die Zitterrochen, welche auf den Köpfen der Patienten gelegt wurden und die Patienten somit Stromschläge erlitten. Man glaubte man könnte hierbei die Schmerzen lindern.

Die Sumerer glaubten vor 4 000 Jahren, dass solch starke Kopfschmerzen von teuflischen Wesen verursacht wurden, die sich im Kopf befinden oder dass ein Fluch auf sie sitzt. Geisterbeschwörungen oder Beschwichtigungen durch Opfergaben verbunden mit Gebeten an Horus die Gottheit und sogar Trepanationen – in den Schädel gemeißelte Löcher – um böse Geister entweichen zu lassen, waren zu solcher Zeit nicht unüblich um gegen Migräne und Kopfschmerzen vorzugehen.
Erst ungefähr 600 vor Christus war man der Ansicht, Kopfschmerzen hätten eine natürliche Ursache und schließlich wechselte man die Behandlungsmethoden nach und nach von Magie und Aberglauben zu damals primitiven, chirurgischen Verfahren und Medikamente. Jedoch waren diese Methoden oftmals nicht viel besser und verschlimmerten teils das Wohlbefinden der Patienten.

Laut Hippokrates sollen schädliche Dämpfe, verursacht durch die Leber, die Ursache für Migräne oder starke Kopfschmerzen sein. Behandelt wurde mit Blutegeln um das Blut vom Gift zu befreien und das Öffnen der Schädeldecke, um die giftigen Dämpfe entweichen lassen zu können.

160 nach Christus prägte der römische Arzt Galen den Begriff „Hemicrania“, welches Wortwörtlich mit Kopfhälfte übersetzt werden kann. Aus diesem Begriff entstand die uns heute bekannte Bezeichnung „Migräne“.

Im Mittelalter nutzte man lediglich in Essig und Opium getränkte Tücher, welche auf den Kopf gelegt wurden und versuchte sich an Blutreinigungen und Aderlässe.

Von Willis formulierte im 17. Jahrhundert die „vaskuläre Hypothese“, welcher als Durchbruch zählt, da er somit die Basis für die moderne Medikamentenentwicklung schuf. Seine Behauptung lautet, dass die Kopfschmerzen auf einer Anschwellung der Blutgefäße beruhen. Dennoch wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts weitere Theorien aufgestellt, welche die Ursachen für die Migräne sind. Man behauptete, dass das Masturbieren einen schädlichen Einfluss haben könnte und erklärte es als eine der Ursachen für Migräne. Einen schlechten erblichen Einfluss, eine Entzündung der Augen und Infektionsherde, zählten ebenfalls als Ursache für Migräne. Man glaubte sogar, die Gebärmutter würde ein starker Faktor für eine Migräne sein.

Es gibt noch weitere Theorien die im Laufe der Menschheitsgeschichte aufgestellt wurden. Zu einem gehören dazu die Verstopfung der Sinne, Ungleichgewicht der vier Säfte Blut, gelbe und schwarze Galle sowie Schleim und Überschwemmung von Magen und Darm mit Gallenflüssigkeit.

Auch wenn bis heute nicht genau geklärt werden kann, wie die Migräne entsteht, gibt es heute aber schon effektive Behandlungsmethoden um das Leben mit Migräne deutlich zu erleichtern und abzumildern.